Sommerwandler

Pavillons im Großen Garten in Hannover Herrenhausen

Wer derzeit mit offenen Augen durch Hannover spaziert, kann die Anzeichen überall erkennen. Der Winter ist vorbei, der Frühling kommt. Osterglocken blühen zusammen mit Krokussen am Straßenrand, viele Bäume bekommen grüne Triebe und auf dem Lindener Berg zeigt sich wieder das Scilla-Blütenmeer, über das wir vorhergehendes Jahr schon berichtet haben. Der letzte Samstag mit seinen Temperaturen über 20°C war ein erster Vorgeschmack auf die kommenden Monate.

Der Winter 2010/2011 dagegen scheint im Rückblick nicht so schlimm, wie viele Hannoveraner angesichts der Kälte und dem vielen Schnee im Dezember schon befürchtet hatten. Der Maschsee konnte jedenfalls nicht für Schlittschuhläufer frei gegeben werden und nach dem Jahreswechsel kam es nur noch selten zu neuen Schneefällen. Dafür gab es schon im Januar Hochwasser an den Wasserläufen der Region, und damit auch rund um die Herrenhäuser Gärten. Das Foto oben zeigt die Graft und die beiden Rundpavillons von Louis Rémy de la Fosse, die der französische Architekt 1706 gebaut hat, noch in ihrem Winterzustand. Inzwischen hat aber im Großen Garten die Sommersaison begonnen. Ein paar Wochen noch, und der Garten sieht auch wieder so sommerlich aus, wie in diesem Werbespott.

Wassertiefen

Hochwasser im Norden von Hannover

Was Hochwasser angeht, steht Hannover nicht so im Fokus medialer Aufmerksamkeit, aber auch hier gibt es immer wieder Probleme mit über die Ufer tretenden Flüssen und Bächen. Fast regelmäßig werden Straßen im Süden der Stadt gesperrt, weil sie unter Wasser stehen und nicht passierbar sind. Den ein oder anderen hannöverschen Taxifahrer hält das allerdings nicht davon ab, es dennoch zu versuchen. Dummerweise sind Taxen in Hannover selten schwimmfähig.

Im Innenstadtbereich von Hannover wird das meiste Wasser über die Ihme abgeführt, um die Altstadt und Zentrum zu schützen. Aber der Abschnitt zwischen Ihmezentrum und Calenberger Neustadt gilt als Engstelle und soll daher aufgeweitet werden. Seit ein paar Jahren läuft der Umbau der Benno-Ohnesorg-Brücke, wenn auch nicht besonders schnell. Dazu kommen demnächst Grabungen an der Ihme, die dem Bereich ein neues Profil geben und damit mehr Raum zur Ausdehnung des Flusses bei Hochwasser schaffen. Allerdings ist das sogenannte "Calenberger Loch" nicht bei allen Bürgern beliebt , was zu heftigen Kontroversen führt.

Die Fotografie oben zeigt den Beginn der nördlichen Leinemasch. Hier, zwischen Herrenhausen und Limmer liegt die Wasserkunst zur Versorgung des Großen Gartens, das Leinewehr und die Einfahrt des Leineabstiegskanals. An dieser Stelle soll der große, künstliche Freizeitsee beginnen, der unter dem Namen Leinebogen im Sommer 2010 wochenlang die regionalen Medien beschäftigt hat. Auch wenn dieser See vorläufig nicht mehr als eine Idee ist, die Leine jedenfalls scheint mit ihrem Hochwasser schon einmal austesten zu wollen, wie sich ihre neuen Grenzen denn in Zukunft anfühlen könnten.

Lichtwechsel

Hauptgüterbahnhof Hannover vom Weidendamm aus gesehen

Abschied vom alten Jahr. 2011 wartet. Wie gestern berichtet war Zweitausendzehn ein spannendes Jahr für Hannover, aber auch das nächste Jahr kann interessant werden. Schafft es 96 mindestens weitere 30 Punkte in dieser Saison zu holen und damit einen Platz in den europäischen Wettbewerben zu erreichen? Erreichen die Indians die Play-offs? Immerhin sind die Indianer vom Pferdeturm nach verkorkstem Saisonstart das derzeit erfolgreichste Team der zweiten Eishockey-Bundesliga. Wird die Umweltzone fallen? Bekommt Hannover endlich den längst fälligen D-Tunnel? Werden wir erste Baumaßnahmen sehen, die sich aus dem städtebaulichen Wettbewerb Hannover City 2020 ergeben? Und, um zum aktuellen Medienschrecken zurück zu kommen, wie lange wird der Winter diesmal dauern?

Ungeliebter Winter. Dabei lässt ein wenig Schnee viele Dinge in einem anderen Licht erscheinen. Der Hauptgüterbahnhof, vor ein paar Tagen vom Weidendamm aus fotografiert, wirkt so erstaunlich friedlich, statt einfach nur wie eine heruntergekommene Industrieruine. Übrigens ist das auch so ein Ort, dessen Zukunft für Hannover noch ungeklärt ist, und für dessen Nachnutzung es immer mal wieder neue Vorschläge gibt, ohne dass sich wirklich etwas tut. Der Schornstein dagegen gehört nicht zum Güterbahnhof, er steht auf der anderen Seite der Bahnlinie, auf dem Gelände von Continental

Wenn ich so aus dem Fenster schaue, wird der blaue Fleck auf dem Foto wohl der letzte blaue Himmel sein, den wir hier in Hannover 2010 sehen werden.
Also dann, guten Rutsch!

Strebenslos

Das Kröpckecenter in Hannover mit dem zum Abriss anstehenden Turm

Es gibt viele Bewohner dieser Stadt, die behaupten 2010 wäre so etwas wie das Jahr Hannovers gewesen. Tatsächlich, durch Lenas Sieg in Oslo, Christian Wulffs Wechsel auf den Präsidentenstuhl in Berlin und Margot Käßmanns Rücktritt, durch Hannover 96 mit dem knappen Klassenerhalt und der darauf folgenden außergewöhnlichen Hinrunde und nicht zuletzt mit den Scorpions, die im Eishockey das geschafft haben, was im Fußball noch fehlt: die deutsche Meisterschaft in die Stadt zu holen, mit all diesen Ereignissen wurde eine neue, ungewohnte Aufmerksamkeit auf Hannover gerichtet und so manche Meinung zu besseren hin revidiert. Was passt besser dazu, als dass auch der Innenstadtumbau voran kommt und Niedersachsens Landeshauptstadt damit auch baulich ansehnlicher wird?

Doch ausgerechnet hier harkt es. Viele Projekte werden angekündigt, aber nie gebaut, wechseln den Investor dann und wann, ohne das es recht voran geht oder es gibt andere Schwierigkeiten. Das Kröpckecenter gehört inzwischen auch in diese Kategorie. Noch erhebt es sich zwischen Georgsstraße und Bahnhofstraße und als ansehnlich haben es nicht viele hannoversche Bürger empfunden. Seit einigen Monaten wird umgebaut und eigentlich sollte hier, mitten im Zentrum des Stadt, ein "Weltstadthaus" entstehen. Doch vor ein paar Wochen die Entscheidung: der Turm kommt weg, es bleibt bei einem fünf Geschosse hohem Blockbau. Der ist einfach besser zu vermieten. Ist das das Bild einer aufstrebenden Stadt?

Farbwechsel

Fassaden in der Lenaustraße in Hannover

Immer wieder wird behauptet Hannover sei irgendwie "grau". Die Innenstadt, die Architektur, die Außendarstellung und so weiter, alles grau. Tatsächlich hat Hannover ein nicht grade strahlendes Image und manchmal beschleicht einen so der Eindruck, die Stadt und ihre Bewohner würde an dem Innenbild der "unterschätzten Stadt" absichtliche feilen. Dabei kommen die schlechten Meinungen über Hannover in der Regel von Leuten, die die Stadt nie besucht haben oder sie nur aus dem ICE-Fenster kennen. Liest man dagegen zum Beispiel bei Xing Berichte von Menschen, die beruflich nach Hannover wechseln mußten, so sind diese Leute oftmals positiv überrascht.

Es ist auch nicht so, dass in Hannover nichts los ist. In den letzten Jahren gab es in Hannover Weltmeisterschaften im Rugby, im Tennis, im Eishockey, nicht zuletzt im Fußball und demnächst sogar im Rollstuhltanzen. Von der Weltausstellung Expo 2000 ganz zu schweigen. Wir haben einen EX-Bundeskanzler, der Hannover sogar für New York hält, eine Landesbischöfin, die angeheitert durch die Innenstadt cruised und mit Cyril Krueger und Lena Meyer-Landrut zwei talentierte junge Sänger in Stefan Raabs "Unser Star für Oslo" am Start.

Und falls das alles noch nicht reicht, oben der Beweis: ja, es gibt auch bunte Fassaden in Hannover. Von wegen "grau".

 

Geweißt

Die alte Bult beim ersten Schneefall in Hannover im Winter 2009_2010

Der erste Schnee dieser Wintersaison ist da in Hannover und natürlich sind wieder einmal alle vollkommen überrascht. Winter? Den hat es hier doch noch nie gegeben - zumindest beschleicht den ungeübten Beobachter dieser Eindruck, wenn er einfach mal so verfolgt, welch Chaos und Anarchie auf den Straßen der Stadt ausgebrochen ist. Und Zeit zum Beobachten hat man dann ja auch, wenn man sich an einer Haltestelle rumdrückt und dreißig Minuten auf einen Bus wartet, der vor 28 Minuten hätte kommen sollen (abgesehen von den im Fahrplan folgenden Bussen...).

Dabei hat der Schneefall durchaus eine ganze Reihe positiver Aspekte: sieht toll aus, zwingt einen zu sportlicher Betätigung (sprich: Räumen von Fußweg und Eingang) und macht aus einem tristen Winter einen erfreulichen Winter. Habe ich erwähnt des es toll aussieht? Wie hier zum Beispiel auf der Alten Bult heute Nachmittag. Ist das nicht die Gelegenheit für einen entspannten Spaziergang?

Zeitenwende

Abendstimmung über Hannover kurz vor der Umstellung von Winter- auf Sommerzeit

Ein letztes Mal wird es heute Abend relativ früh dunkel über der Stadt, bevor heute Nacht die Uhren von Winter- auf Sommerzeit umgestellt werden. Dabei ist das Frühlingsäquinoktium, die TagundNachtgleiche schon vor acht Tagen überschritten worden. 

Ab 22. September werden die Nächte dann wieder länger sein als die Tageslichtphasen, die Sommerzeit hingegen bleibt uns bis in die Morgenstunden des 25. Oktobers erhalten. Hoffen wir, daß dieses Jahr möglichst viele der langen Tage in Hannover von Sonnenschein und angenehmen Temperaturen begleitet werden.

Rotlicht

Sonnenuntergang über Hannover
Sonnenuntergang in Hannover. Blick aus Südosten in Richtung Stadtzentrum. Der Turm ist der "Telemoriz", ehemaliger Fernsehturm von Hannover, heute als Werbeturm von VW Nutzfahrzeuge genutzt. Hannovers Einwohner warten noch immer auf eine öffentliche Aussichtsplattform.

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Das ist

Hannovershots

Hannovershots ist ein Fotoblog mit Stadtlandschaften und Ansichten aus Hannover.

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